Mord an der Liebe

Diese Schrift ist ein Beitrag zur Aufrechterhaltung wahrer Kultur und der Hervorbringung eines Zustandes, den man gemeinhin Weltfrieden nennt.

Damit ist nicht gemeint, die Welt in Frieden zu bringen, denn sie ist in Frieden, sondern den Menschen als Teil dieser Welt.

Das einzige Geschöpf auf Erden, das in Unfrieden, Chaos, Gewalt und Krieg lebt, ist der Mensch. Unsere grossen und heiligen Religionen haben daran nicht einen Deut geändert. Sie haben es nur schlimmer gemacht.

Die Natur hat ein Friedenssystem eingebaut ins Leben. Und die Religionen haben es zerstört, und damit eine Kultur gegründet, die Scheinkultur nenne, und die es bis heute ist.

Diese Scheinkultur, welche ich aus guten Gründen ödipale Kultur nenne, ist eine Mordkultur. Sie hat unzähliges Leid gebracht für Mensch, Tier und Mutter Erde, da sie keinerlei Respekt vor dem Femininen hat, welches auch dem Maskulinen innewohnt, weil es eine universale Energie darstellt.

Der Mensch hat dies verleugnet, wie er die Natur als solche verleugnet und verunglimpft seit etwa dem Beginn des Patriarchats, vor fünftausend Jahren.

Vor dieser Zeit, wie wir von neueren Forschungen wissen, hat der Mensch wohl im Einklang mit der Natur gelebt und war nicht gewalttätig; er wurde dies erst später, mit dem Beginn des Patriarchats und der grossen Religionen.

Dies wissen wir auch von anthropologischer Forschung her, seit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Die meisten Eingeborenenvölker leben in Einklang mit der Natur. Sie haben wohl kleine Stammeskriege, aber nichts im Stile neuzeitlicher Massenmorde und Holocausts, nichts im Stile systematischen Völkermords, nichts im Stile der Massenpersekutionen, Folterungen und Hinrichtungen des Mittelalters, und derjenigen, die jetzt wieder im Schwange sind, nichts im Stile der beiden Weltkriege, die Millionen Menschen das Leben kosteten und die Wirtschaftssysteme ganzer Staaten ruinierten.

Die Antwort auf die Frage, warum der Mensch nicht in Frieden lebt, ist nicht schwierig zu beantworten. Hingegen ist es sehr wohl schwierig und komplex, von der Situation wie sie sich nun darbietet, radikal Abstand zu nehmen und zurückzukehren zu einem wirklichen Schwingen mit der Natur, das auf einem spirituellen und ökologischen Verständnis des Lebens beruht.

Weder unsere Wissenschaften, noch unsere Päpste werden uns viel helfen bei diesem Wendepunkt, und eines ist sicher, es wird unser letzter sein in der Geschichte des Menschen; denn es wird keine Geschichte des Menschen mehr geben, wenn diese fundamentale Kehrtwende nicht statt findet!

Mit dem angesammelten Waffenpotential kann unsere Erde nun ein paar tausend Mal in die Luft gejagt werden; abgesehen davon, selbst wenn diese Waffen (was sehr unwahrscheinlich ist) nicht benutzt werden sollten, so bedarf es ihrer nicht einmal! Die ökologische Situation des Erdballs ist so katastrophal, dass es genügt, angesichts dieser Probleme die Hände in den Schoß zu legen; dies wird hinreichend sein, um die menschliche Rasse und mit ihr alle anderen Rassen zum endgültigen Aussterben zu bringen.

Es ist denn hier auch lediglich eine Frage der Zeit, da die einmal gesetzte Gangart, die auf der Ausbeutung der Natur beruht, zum Ruin führt.

Und die grossen Weisen wie Jiddu Krishnamurti, die viele von meiner Generation noch persönlich gekannt haben, und in die man so viel Hoffnung setzte, haben auch keine Lösung gefunden.

Wie weit ist es her mit Krishnamurtis sogenannter psychologischer Revolution? Das war auch eine Scheinlösung neben so vielen anderen, denn die Lehre des Weisen ist nur einer Minderheit bekannt, weniger als einem Promille der Weltbevölkerung, und von denen haben sie nur eine Handvoll wirklich verstanden.

So ist denn theoretisch betrachtet der Weg klar. Es ist der Weg zurück zur Natur, der Weg, die Natur zu respektieren und die Natur in uns Menschen, statt sie zu verleugnen und es paranoiden Religionen zu überlassen, sie zu ‘regulieren’ nach dem Rezept ihrer heiligen Bücher. Dieses Regulieren hat uns Menschen in die gefährlichste Kreatur verwandelt, die der Erdboden je zu ertragen hatte. Denn die Verleugnung des Verlangens, der sinnlichen Freude, und des Hautkontakts, den all die grossen Religionen, einschliesslich des oft als Friedensreligion gepriesenen Buddhismus predigen, ist wirklich das Rezept zur Vernichtung des Lebens auf Erden.

Es sind Todesreligionen, denn ihre sozialen Paradigmen sind eindeutig und ohne Ausnahme gegen das Leben, und gegen die Lust gerichtet. Leben ist Lust, das ist nun einmal so, und dies wurde nun auch wissenschaftlich bewiesen. Ohne Lust gibt es kein Leben, weil es keine Fortpflanzung gäbe.

Die einzigen Ausnahmen vom religiösen Wirrwarr sind die Religionen der Eingeborenen wie die Huna Religion der Ureinwohner Hawaiis, der Kahunas, und die ähnlichen Religionen der nordamerikanischen Indianervölker, wie zum Beispiel der Tsalagi (Cherokee) und der Hopi.

Diese Religionen sind weder ideologisch, noch autokratisch, noch bilden sie monolithische Glaubenssysteme. Huna ist nach den Forschungen von Max Long und Erika Nau bekannt als wissenschaftliche Religion; sie hat die Lebensenergie erforscht und einen Wissensschatz gebildet, der der westlichen Wissenschaft bis vor kurzem noch weit überlegen war. Auch dem täglichen Leben gegenüber hat Huna einen funktionalen, nicht–moralistischen und wissenschaftlichen Ansatz.

Allerdings haben diese Religionen keinen nennenswerten Einfluß gehabt auf die Massen der grossen Zivilisationen, wiewohl heute Intellektuelle und spirituelle Sucher im Westen Eingeborenenreligionen studieren, und insoweit durchaus auch zu einem besseren und spirituelleren Lebensparadigma gelangen.

Ich spreche in diesem Zusammenhang von einem Mord an der Liebe und dies ist für mich der integrative Kleiderbügel, unter den ich meine gesamte Friedensforschung subsumiere. Wenn es uns gelingt, diesen Mord rückgängig zu machen und Liebe als die universelle Richtschnur unseres Lebens und unseres Zusammenlebens machen können, sind wir wieder auf dem Weg des Lebens, und haben den Weg des Todes, den wir als Weltbevölkerung seit langem eingeschlagen haben, verlassen.

Es ist schon erstaunlich, wenn ein Thema aus so vielen verschiedenen Blickrichtungen heraus von Forschung und Praxis analysiert, bewusst gemacht und diskutiert wurde, und dann dennoch keinen Eingang fand in die Massenmedien, noch in irgendeine politische Agenda irgendeines Landes der Welt.

Es gehört schon böser Wille und kriminelle Arroganz und Ignoranz dazu, dass so etwas möglich ist. Und es kann dabei sicher nicht am Zugang zu den Fakten liegen, denn die hier nachfolgend besprochenen Forschungen von Alice Miller, Herbert James Campbell, Bronislaw Malinowski, Ashley Montagu, Wilhelm Reich und James W. Prescott, um nur diese wenigen hier zu nennen, sind durch die Bank auf dem Internet frei publiziert, und das sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache.

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